EV-Ladetarife erklärt: Ihre häufigsten Fragen beantwortet
Die Preise und Rechnungen für das Laden von Elektroautos können manchmal verwirrend sein, und viele Nutzer haben Fragen dazu, wie die Kosten berechnet werden. Da verschiedene Betreiber, Netzwerke und Kartenanbieter involviert sind, ist es wichtig zu verstehen, wie alles zusammenhängt, damit Sie am Ende nicht von Ihrer Rechnung überrascht werden. Dieses Q&A schlüsselt die Details klar und einfach auf.
20 Januar 2026
Wer legt die endgültigen Kosten für einen Ladevorgang fest?
Der Preis eines Ladevorgangs setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
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Die Elektrizitätskomponente: Dies ist der Preis pro kWh, der auch zusätzliche, vom CPO festgelegte Gebühren enthalten kann.
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Eine Zeitkomponente: In der Regel eine stündliche Gebühr. Dies kann auch eine Blockiergebühr (Idle Fee) sein, die erhoben wird, wenn Ihr Fahrzeug bereits voll geladen ist, aber noch an der Ladestation angeschlossen bleibt.
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Eine feste Startgebühr: Ein Pauschalbetrag pro Ladevorgang, der sich nicht ändert. Der Charge Point Operator (CPO) – also der Ladestationsbetreiber – legt den Ladetarif fest. Er übermittelt die Tarifinformationen über das OCPI-Protokoll an den MSP, damit dieser den Kunden informieren kann.
Wenn Sie jedoch eine Ladekarte eines Mobility Service Providers (MSP) nutzen, stellt Ihnen der MSP die Kosten in Rechnung. Dies kann bedeuten, dass Sie zusätzliche Kosten pro kWh oder pro Sitzung, eine monatliche Abonnementgebühr oder einen festen kWh-Preis zahlen, der den Tarif des CPOs ersetzt. Für E-Flux by Road funktioniert das wie folgt:
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Wir erhalten die Daten des Ladevorgangs vom CPO.
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Unsere MSP-Kunden, die eine E-Flux-Ladekarte nutzen, zahlen genau den Betrag, den der CPO für diesen Vorgang angegeben hat.
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Basierend auf Ihrem Tarif zahlen Sie pro Ladevorgang zusätzliche Kosten. Beim Flex-Tarif sind das 0,31 € pro Ladevorgang und 0,024 € pro kWh. Beim Comfort-Tarif fallen keine zusätzlichen Kosten pro Ladevorgang an, dafür gibt es eine feste monatliche Grundgebühr von 3,23 €.
Warum variieren die Preise zwischen verschiedenen Ladestationen oder Netzwerken?
Die Ladepreise können sich von Station zu Station unterscheiden, da jeder Betreiber seine eigenen Tarife festlegt. Diese hängen von Faktoren wie Energiekosten, Infrastrukturinvestitionen, Betriebskosten und enthaltenen Zusatzdiensten ab. Auch Ihr Ladekartenanbieter beeinflusst den Endpreis. Wenn Sie innerhalb des eigenen Netzwerks Ihres Anbieters laden, profitieren Sie oft von niedrigeren Raten oder speziellen Rabatten.
Wenn Sie beispielsweise als E-Flux-Kunde an einer E-Flux by Road-Ladestation laden, erhalten Sie automatisch einen Roaming-Rabatt von 0,03 €. Externe Nutzer (die mit der Karte eines anderen Anbieters laden) erhalten diesen Rabatt nicht und zahlen stattdessen eine Roaming-Gebühr. Das bedeutet, der exakte Tarif hängt von zwei Dingen ab:
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Wo Sie laden (die Preisgestaltung des Ladestationsbetreibers).
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Wer Ihr Ladekartenanbieter ist (Ihre Abonnementbedingungen und Roaming-Vereinbarungen).
Kontrolliert oder beeinflusst E-Flux den Ladetarif?
Kurz gesagt: Ja und nein.
Keine einzelne Partei hat die volle Kontrolle über die Endkosten. E-Flux spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Ermöglichung dieser Tarife. Über die E-Flux-Plattform können CPOs ihre Preise konfigurieren, verschiedene Raten anwenden (z. B. pro kWh, pro Stunde oder pro Sitzung) und ihre Tarife bei Bedarf anpassen. E-Flux stellt sicher, dass diese Preise an die Roaming-Partner kommuniziert und den E-Fahrern korrekt angezeigt werden.
Während E-Flux die Tools und das technische Backend bereitstellt, wird der tatsächliche Tarif vom Stationsbesitzer festgelegt.
Was ist Roaming und wie wirkt es sich auf die Preise aus?
Roaming bedeutet, dass Sie Ihr Fahrzeug an verschiedenen Ladenetzwerken aufladen können. Kurz gesagt: Roaming ermöglicht die Nutzung offener Netzwerke. Anstatt für jeden Anbieter eine eigene Karte oder App zu benötigen, schafft Roaming ein Netz miteinander verbundener Betreiber – ähnlich wie Mobilfunkanbieter die Nutzung des Handys im Ausland ermöglichen.
Dieser Komfort hat Auswirkungen auf den Preis. Wenn Sie eine Ladestation außerhalb des eigenen Netzwerks Ihres Kartenherausgebers nutzen, kann eine zusätzliche Roaming-Gebühr anfallen. Diese Gebühr deckt die Vereinbarungen und den Datenaustausch zwischen dem CPO und Ihrem MSP ab. Daher kann der Preis an einer Roaming-Station etwas höher sein als in Ihrem heimischen Netzwerk.
Warum kann der Preis in der App vom endgültigen Rechnungsbetrag abweichen?
Die E-Flux-App zeigt den Tarif an, den wir vom CPO erhalten – inklusive Mehrwertsteuer. Die zusätzlichen MSP-Gebühren Ihres Abonnements sind in diesem Tarif nicht enthalten. Andere MSPs zeigen Tarife an, die ihr eigenes MSP-Angebot widerspiegeln. Einige MSPs berechnen beispielsweise Pauschalpreise (feste kWh-Preise). In diesem Fall sehen Sie diese Tarife anstelle des CPO-Tarifs.
Erhebt E-Flux zusätzliche Gebühren auf den Ladepreis?
Für E-Flux by Road zahlen Sie nur das von Ihnen gewählte Ladekarten-Abonnement. Es gibt zwei Abonnementmöglichkeiten:
Sie können das „Comfort“-Abonnement wählen. Dieses beinhaltet 3,23 € pro Monat, den kWh-Preis an der Ladestation sowie den vom CPO festgelegten kWh-Tarif.
Als Alternative gibt es „Flex“ für eine eher gelegentliche Nutzung der Karte: Hier zahlen Sie zusätzlich zum Tarif des CPO eine Nutzungsgebühr von 0,31 € pro Ladevorgang sowie eine kWh-Gebühr von 0,024 €. Zur Transparenz weisen wir dies auf der Rechnung als separate Regel aus.
Beide Kartenpläne erfordern eine einmalige Bearbeitungs- und Versandgebühr von 9,99 €. Die Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.
Wie werden die Endkosten eines Ladevorgangs berechnet?
Die Ladekosten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
Comfort
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Sie laden an einer Ladestation, und der kWh-Preis beträgt 0,40 € zzgl. MwSt. Sie laden 10 kWh;
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Sie zahlen 10 × 0,40 € = 4,00 €;
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Zzgl. 21 % MwSt.: 1,21 × 4,00 € = 4,84 €;
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Für das Abonnement zahlen Sie 3,23 €;
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Der Gesamtbetrag Ihrer Rechnung beträgt 3,23 € + 4,84 € = 8,07 €.
Flex
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Sie laden an einer Ladestation, und der kWh-Preis beträgt 0,40 € zzgl. MwSt. Sie laden 10 kWh;
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Sie zahlen 10 × 0,40 € = 4,00 €;
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Zzgl. 21 % MwSt.: 1,21 × 4,00 € = 4,84 €;
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Für den Flex-Tarif zahlen Sie zusätzlich 0,024 × 10 = 0,24 € sowie 0,31 € pro Ladevorgang;
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Das sind insgesamt 0,55 € an Zusatzkosten;
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Der Gesamtbetrag Ihrer Rechnung beträgt 0,55 € + 4,84 € = 5,39 €.
Hinweis: In diesem Beispiel wirkt "Comfort" teurer. Wenn Sie jedoch mehr als fünfmal pro Monat laden, ist der Comfort-Tarif für Sie günstiger.
In der Praxis legt der Betreiber seinen Grundtarif fest, wir fügen gegebenenfalls anfallende Service- oder Abonnementgebühren hinzu, und anschließend wird die Mehrwertsteuer (MwSt.) darauf berechnet. Wenn der Grundtarif beispielsweise 0,40 €/kWh beträgt und eine Roaming-Gebühr von 0,03 € anfällt, ergibt sich ein Preis von 0,43 €/kWh. Mit 21 % MwSt. beträgt der Endpreis für Verbraucher dann ungefähr 0,52 €/kWh.
Wir legen die Ladepreise nicht fest – wir stellen lediglich auf Basis des Betreiber-Tarifs zuzüglich unserer Servicegebühren Rechnung.
Was soll ich tun, wenn ich glaube, dass ein Preis falsch oder zu hoch ist?
Wenn Ihnen ein Betrag zu hoch erscheint, prüfen Sie zuerst die vollständige Tarifaufschlüsselung in unserem Help Center. Dort wird erklärt, wie die Preise berechnet werden und welche Gebühren anfallen können.
Vergleichen Sie den Betrag als Nächstes mit den Raten Ihres Ladekartenanbieters (MSP), da dieser eigene Gebühren erheben kann. Prüfen Sie auch die Sitzungsdetails (kWh, Dauer, eventuelle Blockiergebühren). Falls danach immer noch etwas unklar ist, kontaktieren Sie den E-Flux-Support mit der Session-ID, damit wir den Fall untersuchen können.